German feature on false confessions

Written in part by the EAPL-S co-president Jennifer Schell, this German article will be of interest to those who want to know more about police procedures and false confessions. Jennifer Schell is currently conducting research on the prevalence of, and risk factors associated with, false confessions internationally. Her co-author, Professor Harald Merckelbach, is considered one of the leading experts in Europe on the topic of eyewitness memory. Jennifer is originally from Germany, and is currently completing her doctoral studies at Maastricht University in the Netherlands.


Falsche Geständnisse: Warum unschuldige Menschen Verbrechen gestehen, die sie nicht begangen haben.

Würden Sie jemals ein Verbrechen gestehen, das Sie nicht begangen haben? Nein? Die meisten Menschen können sich das auch nicht vorstellen. Leider beweisen zahlreiche Justizirrtümer, die auf falschen Geständnissen basieren, das Gegenteil. Unschuldige gestehen Taten, die sie nicht begangen haben. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen und Auswirkungen von falschen Geständnissen.

Am 17. November 1989 wurde die Leiche der 15 jährigen Angela Correa in New York gefunden. Jeffrey Deskovic war ein Mitschüler des Opfers und fiel der Polizei auf, weil er am Tag nach dem Verschwinden des Mädchens zu spät zum Unterricht erschien. Er wurde mehrmals von der Polizei vernommen und dies teilweise unter Anwendung eines Polygraphen.

Nach einiger Zeit gestand Deskovic schluchzend die Tat. Am Ende des letzten Verhörs lag er eingerollt in der Embryonalstellung unter dem Tisch und weinte. Kurz nachdem Deskovic die Tat gestanden hatte, widerrief er sein Geständnis. Die am Körper der Toten sichergestellten DNS-Proben (Sperma und Haare) stimmten nicht mit Deskovics DNS überein. Trotzdem erhob die Staatsanwaltschaft Anklage, basierend auf seinem Geständnis. Im Januar 1991 wurde Deskovic wegen Vergewaltigung und Totschlags verurteilt. Während seines Gefängnisaufenthaltes beteuerte Deskovic jahrelang seine Unschuld und kämpfte für seine Freiheit.

Falsche Geständnisse

In den letzten Jahren wurden in den Vereinigten Staaten 268 unschuldig verurteilte Personen nach einer entlastenden DNS-Analyse aus der Haft entlassen. In 25 % dieser Fälle hatten falsche Geständnisse ursprünglich zu einer Verurteilung beigetragen.

Ferner haben Forschungsstudien gezeigt, dass Geständnisse eine tiefgreifende Auswirkung auf den Ausgang eines Gerichtsverfahrens haben, selbst nach deren Widerrufung durch den Angeklagten. In den Vereinigten Staaten hat eine Archivanalyse ergeben, dass es in 81 % der Fälle, in denen ein falsches Geständnis abgelegt wurde und vor dem Gerichtsverfahren widerrufen wurde, trotzdem am Ende zu einer Verurteilung kam (Drizin & Leo, 2004).

Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, jemals ein Verbrechen zu gestehen, welches sie nicht begangen haben. Leider haben die letzten beiden Jahrzehnte gezeigt, dass es immer wieder Menschen gibt, die eine Tat gestehen, für die sie nicht verantwortlich sind.

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